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SÜSSE KOHLE Rezept

 

Hier noch ein Tipp für die kalte Jahreszeit: Süsse Kohle (carbone dolce) Benötigt werden:

200g Puderzucker, 500g Zucker, 1 Eiweiß, etwas Zitronensaft, 1 Vanillearoma, 120ml Wasser und schwarze Lebensmittelfarbe (sonst wird’s weiß) dazu Backpapier (reicht für 8 Personen)

  1. Eischnee + Puderzucker + Saft + Aroma verrühren. Normalen Zucker + Wasser erhitzen – maximal 140°C (karamelisiert sonst!)
  2. Jetzt beide Teile + die Speisefarbe zusammenrühren (reagiert!) und schnell
  3. In ein großes, mit Backpapier ausgeschlagenes Gefäß (o. Karton) schütten. Abdecken und kalt werden lassen – dann kleinbrechen oder zerschneiden – FERTIG!

 

SCHLÄGEL & EISEN

 

Schlägel und Eisen zählten vermutlich über Jahrtausende (zuerst aus Stein, später aus Eisen) zum Standardwerkzeug der Bergleute (Gezähe genannt) mit dem Stollen vorgetrieben und Erze abgebaut wurden.

 

Der leicht bauchige Schlägel, fälschlicherweise oft als Hammer bezeichnet, wurde mit Verbesserung der Schmiede- und Stahlqualität über die Zeit in der Mitte zwar schlanker, ohne daß sich die Grundform aber wesentlich änderte.

 

Regional entwickelten sich begrenzte Unterschiede sowie Schlägel- / Fäusteltypen für spezielle Arbeiten wie z.B. der einmännische (einhändige) Schlägel mit ca. 1,5 kg zum Herstellen von Widerlagern etc. oder der zweimännische Bohrschlägel mit ca. 3,5 kg.

 

Zurück aber zum heute sogar genormten Bergbauwahrzeichen (DIN 21800). Vermutlich im Mittelalter entstand in Anlehnung an das christliche Symbol die gekreuzte Form zur Abwehr von bösen Berggeistern (ähnlich dem speziellen Bergmannsgruß „Glück auf“).

 

Während historische Motive „Schlägel & Eisen“ meist maßstabgetreu zeigen, wird bei der heutigen Form das spitze Bergeisen überproportional dick ausgebildet (vergl. unten). Andere wichtige Besonderheiten haben dagegen bis heute ihren Niederschlag gefunden: so besitzt der Schlägel eine leicht gekrümmte Form (ganz anders als ein Hammer) und liegt mit seinem Stiel über dem des Bergeisens. Die gekrümmte Form sollte eine optimale Kraftübertragung beim Schlag auf das Eisen ermöglichen (vergl. Info Schlägelreplikate). Mit der rechten Hand gehalten befindet sich der Schlägelkopf auf der linken Seite, das Eisen rechts. Der Stiel (Helm genannt) des

Bergeisens ragt, anders als beim Schlägel über das Auge hinaus (d.h. schaut auf der Oberseite des Eisens heraus). Bergeisen (ohne gestählte Spitze) nutzten sich in hartem Gestein schnell ab und mußten so in einer Schicht mehrfach gegen neue, spitze ausgetauscht werden. Hierbei mußte der Stiel häufig neu angepaßt werden. Da die Stiele zudem oft abbrachen (und sicher auch mal zerschlagen wurden) war der Verschleiß beachtlich, sodaß man aus Kostengründen einfach auf kleine Äste zurückgriff, welche z.B. mit dem Tzscherpmesser oben zugeschnitten wurden (vergl. auch Info über Tzscherpermesser).

 

Ein typisches Bergeisen war ca. 13 cm lang, 2,2 cm breit und dick sowie (ohne Helm) rund 320 g schwer. Analog zu den Schlägeln gab es auch bei den Eisen regional bzw. als Folge unterschiedlicher Gesteinshärte, größere Unterschiede. Im Oberharz waren die Eisen z.B. wesentlich kürzer und keilförmiger (sowie dicker) als im Mansfelder Kupferschiefer, wo die stabförmigen Bergeisen fast 20 cm lang und über 500 g schwer sein konnten.

 

Damit die Eisen nicht so leicht abbrachen wurden sie im Bereich des Auges, wie die Schlägel, oft etwas bauchig ausgeschmiedet. Gerade bei den meist abgearbeiteten Haldenfundstücken ist von einer Verjüngung nach hintenzur Schlagseite hin oft nicht mehr viel zu sehen (breitgeschlagen).

 

Seinen Vorrat an spitzen Bergeisen trug der Bergmann auf einem speziellen Schultergehänge in die Grube (auch als Riemeneisen oder Tragkette bekannt) und umgekehrt die stumpfen Stücke nach Schichtende wieder nach

Übertage zur Schmiede. Während das Gezähe in der Regel vom Grubenbetreiber gestellt wurde, oblag es dem Bergmann nicht selten sich um das Schärfen der Keilhauen oder das Anschmieden der Eisen selbst zu kümmern.

 

Nachdem der Bergbau in Deutschland und Mitteleuropa immer weiter zurückgeht und das Bergbauwahrzeichen in Landkarten fast nur noch (auf dem Kopf stehend) an geschlossene Gruben / Zechen erinnert, versuchen viele Bergleute und Bergbauinteressierte durch Anbringen von SCHLÄGEL & EISEN z.B. am Auto ihre Verbundenheit mit dem Bergbau und seiner jahrtausendelangen Tradition zum Ausdruck zu bringen.

 

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daß Werktage in Fahrplänen mit Schlägel & Eisen gekennzeichnet sind oder manches Stadt- und Gemeindewappen davon geziert wird ? - Alles nur kleine Belege dafür, wie sehr der Bergbau einstmals in vielen Regionen das Leben der Menschen geprägt hat. - Wer sucht wird sehr schnell weitere Relikte finden.

 

© Rupert Höll, 38678, 1996

 

 

AUSZUG AUS DEM LEHRBUCH DER BERGBAUKUNDE G. Köhler / z.B. Leipzig 1903

 

Drittes Kapitel      Arbeit mit SCHLÄGEL- & EISEN

 

Die Schlägel- und Eisenarbeit war bis zum 17. Jahrhundert die einzige Gewinnungsarbeit für feste Massen.

Seit Einführung der Sprengarbeit dient sie lediglich zum Herstellen ebener Flächen (Widerlager für Pumpenträger, für Dämme und Mauerfüße, Bühnlöcher für Stempel etc.) und wird außerdem als Gewinnungsarbeit nur dann noch angewendet, wenn das Gestein durch Sprengarbeit nicht rissig werden darf, z.B. beim Abteufen der ersten Meter unter dem Fuße eines wasserdichten Schachtausbaues.

Die dabei angewendeten Gezähe sind der Schlägel und das Eisen.

Der Schlägel, jetzt das Fäustel genannt, (Fig.1 66 u. 167) besteht aus Eisen mit verstählten Bahnen oder besser ganz aus Gußstahl.

Das Fäustel soll, ähnlich wie die Keilhaue, so konstruiert sein, daß die in demselben gedachte Schwerlinie in einen Kreisbogen fällt, dessen Mittelpunkt im Schultergelenk des Arbeiters liegt, wobei aber nicht der ausgestreckte Arm, sondern die gerade Linie zwichen Fäustel und Schultergelenk als Halbmesser gilt, weil das Fäustel mit gekrümmtem Arm geführt wird. Hiernach ist der Halbmesser etwa 50cm.

Ferner müssen die Bahnen des Fäustels rechtwinklig zur Schwerlinie stehen, verbrochene Kanten haben, etwas zusammengezogen und gewölbt sein, damit sich die Schlagwirkung im Schwerpunkte der Bahn zusammendrängt und in günstigster Weise übertragen wird. Bei anderer Konstruktion prellt das Fäustel, es wird ein Teil der aufgewendeten Kraft in den Arm zurückwirken und den Bohrer oder das Eisen zur Seite treiben, jedenfalls aber die Kraft nicht zur Wirkung kommen lassen.

Endlich soll das Oehr so groß sein, daß man ein Helm von hinreichender Stärke hineinstecken kann, weil dasselbe gerade am Oehr dem Abbrechen am meisten ausgesetzt ist. Dieser Verbindung wird durch ein Oehr von 4,5 cm Länge und 2 cm Breite genügt.

Das Gewicht des einmännischen Fäustels beträgt 1 ¼ bis 1 1/2kg, das der zweimännischen etwa 2,5kg. Für eine besondere Art des Bohrens, das Schlenkerbohren, steigt das Gewicht des einmännischen Fäustels bis 3 und 4 kg.

 

Das Eisen oder Bergeisen (Fig. 64) besteht entweder aus Eisen mit verstählter Spitze oder ganz aus Stahl. Stählerne Eisen pflanzen den Schlag besser fort und nutzen sich weniger ab als die eisernen. Es befindet sich deshalb das Auge für das Helm bei den eisernen nicht in der Mitte sondern näher an der Spitze.

Das Helm wird bei diesen Bergeisen nicht besonders hergestellt weil es zu häufig zerschlagen wird, sondern es besteht aus einem beliebigen, passenden Stück Holz, welches man in das Auge eintreibt.

Lange Bergeisen ohne Helm, welche wie ein Meißel gehandhabt werden, sind nicht zweckmäßig, schon deshalb, weil sie die Schläge weniger gut übertragen und mehr prellen.

 

 

 

STEIGER - HÄCKEL (der / das Parade- und Ehrenhäckel)

 

Im Bergwörterbuch wird das Steigerhäckel als Stock definiert, an dem als Griff ein kleines Messing-Beil angebracht ist. In der Urform war es sicher ein Gezähestück in der Art einer Keilhaue, die der Steiger bei seinen Grubenfahrten stehts mitführte um damit das Gebirge auf Gänge und Klüfte und das Hangende auf lose Schalen hin abzuklopen, damit letztere beim Darunterhergehen nicht mehr gefährlich werden konnten.

 

Noch heute gehört das Berauben der Firste (meist mit Stange) und die regelmäßige Kontrolle auch in reinen Museumsbetreiben zu den wichtigsten bergmännischen Sicherungsaufgaben um eine Gefährdung durch herabfallende Gesteinsstücke auszuschließen.

 

Während der Ursprung der Häckel somit in einem Werkzeug zu suchen ist, muß die Herkunft der z. B. im Erzgebirge weit verbreiteten Barten (vergl. unsere Replik) vermutlich bei mittelalterlichen Waffen gesucht werden (Hellebarte ...).

 

Aus dem einfachen Gezähestück entwickelt sich das Steigerhäckel immer mehr zum Würdezeichen der Aufsichtsbeamten. Es gelangte im 17. Jahrhundert aus den sächsisch-böhmischen Bergbaugebieten mit der Wanderung der Bergleute in viele andere Bergbauregionen und Länder.

 

Da als Folge des Bergregals der Landesherr nicht nur Aufsichts- und Kontrollrechte an den Gruben sondern oft auch das Eigentum besaß flossen in vielen Fällen bei der Gestaltung gerade der Paradehäckel Merkmale von Regent- oder Herrschaftsstäben, Wappen oder Wahrzeichen der Fürsten ein.

 

An Stelle des unschönen, rostenden Stahls der Werkzeuge benutze man für Ehren- und Paradehäckel edles (goldfarbenes!) Messing oder sogar Silber (in Ausnahmen Gold). Aufgrund der geringeren Härte beziehungsweise hohen Sprödigkeit war eine echte Benutzung dann aber nicht mehr möglich.

 

Als Vorlage für unsere Harzer Häckel dienten zwei Originale. Die erste Ausführung entspricht den Bestimmungen der Uniformordnung der königlich - hannoverschen Regierung von 1844. Dieses Reglement ersetzte die Vorschriften von 1839 und galt sowohl für die Arbeiter als auch das Aufsichtspersonal der Bergwerke und Hütten in den Revieren Clausthal, Zellerfeld und St. Andreasberg. Neben der eigentlichen Uniform wurde auch die Ausführung der Häckel in Abhängigkeit vom Dienstrang darin offiziell festgelegt.

Die Schnecke und der Ring (über dem Stock im Messingknauf) sind dabei Zeichen eines Unteroffizianten - Häckels 2. Klasse; im Gegensatz zu der schlichteren aber größeren Form für die 1. Klasse, die ein längeres Blatt aufweist aber dafür weder Ring noch Schnecke (am Zapfenende) besitzt.

Historisch älter ist unser zweites Harzer Exemplar. Die schlichte (nur beilförmige) Ausführung erinnert an den Ursprung des Häckels. Bereits im ausgehenden Mittelalter entwickelte sich diese Form aus einer langstieligen Holzfälleraxt. Bergbau, Hüttenwesen und Forstwirtschaft waren zu jener Zeit noch eng verbunden und unterstanden im hannoverschen Harz sogar bis 1867! gemeinsam dem Berg- und Forstamt in Clausthal.

Während die Bergbeamten im Untertagebetrieb ab dem 19. Jahrhundert die Ausführung mit Schnecke und Beil trugen (siehe oben) blieb die schlichte Urform insbesondere als Grabengängerhäckel weiter erhalten (Grabengänger waren Bergleute, welche die überirdischen Wasserläufe der Oberharzer Wasserwirtschaft überwachten und Instand hielten).

 

Der Mansfelder Häckel mit dem Preußenadler zeigt im Relief einerseits einen Markscheider mit Gezähe und andererseits einen Bergmann sowie einen Trekke-Jungen im Flöz. Letzterer zieht bäuchlings mit dem Fuß den typischen flachen Strebhunt.

 

Der Erzgebirgische Häckel ist ebenfalls reich verziert. Die kleinen Darstellungen auf dem Kopf zeigen einen Abteuf- / Förderkübel, ein Grubenpferd mit Wagen, einen Bergmann beim Beladen eines Hunts, Fahrten, Stollenmundloch und vieles mehr. Das Schlägel und Eisen - Zeichen ist durchbrochen eingearbeitet.

 

Der schlichteste, am deutlichsten an ein Werkzeug erinnernde Häckel ist der Deutsche Fahrstock, welcher in sehr ähnlichen Ausführungen insbesondere in den (historisch „jungen“) deutschen Steinkohlenrevieren große Verbreitung fand.

 

Der Chursächsische Häckel läßt mit seiner eigenwilligen Form zurecht auf eine „Mischung“ aus Häckel und (sächsischer) Bergbarte schließen. Dieser Steigerstock ist typisch für den mitteldeutschen Bergbau des 18. Jahrhunderts (vom Mansfelder Land bis zum Erzgebirge).

 

Der Siegerländer Häckel mit dem großen, durchbrochenen Schlägel und Eisen erinnert zwar ebenfalls noch an einen Pickhammer. Der Kopf ist aber allseits griff - freundlich abgerundet und eignet sich damit hervorragend als Stock für Paraden (ideal auch als Gehhilfe zum Abstützen).

 

Neben der normal großen Ausführung sind z.B. Deutscher Fahrstock, Harzer Häckel, Siegerländer Häckel und Chursächsicher Häckel auch verkleinert als praktischer Brieföffner lieferbar, wobei der Stock dann als Klinge ausgebildet ist.                                                                    ã Rupert Höll, 38678 Clausthal-Z., 2000 / 2003

 

 

 

SANKT BARBARA

Die Schutzpatronin der Bergleute

 

Bereits seit vielen Jahrhunderten verehren die Bergleute (wie auch die Artilleristen) die heilige Barbara als ihre Fürbitterin gegen die alltäglichen Gefahren Untertage. Jeweils am 4. Dezember begehen sie in allen christlichen Ländern mit festlichen Gottesdiensten den Barbara - Tag und gedenken ihrer Schutzheiligen.

 

Nach christlicher Überlieferung, lebte diese als Tochter des vermögenden Kaufmanns Dioskorus Anfang des 4. Jahrhunderts in Kleinasien. Anders als ihr Vater wandte sie sich vom griechischen Götterglauben ab und dem noch jungen Christentum zu. Um sie am Umgang mit Christen zu hindern ließ Dioskorus seine Tochter bei Abwesenheit in einen Turm einschließen, was Barbara aber nur bestärkte. Als sie sich dann auch noch weigerte den ausgewählten Bräutigam zu heiraten, und mit Blick auf ihren Glauben ledig bleiben wollte, kam es zum völligen Bruch zwischen Vater und Tochter.

 

Es gelang ihr zu fliehen und sie fand, der Überlieferung zufolge, Zuflucht bei Bergleuten, doch Dioskorus fand seine Tochter. Allen Drohungen und Folterungen zum Trotz blieb Barbara standhaft und leugnete ihren Glauben nicht.

Der Legende nach starb sie schließlich durch die Hand des eigenen Vaters den sogleich der Blitz traf.

 

Auf Darstellungen (z. B. von Albrecht Dürer) und in Statuetten ist die schöne Märtyrerin (im Unterschied zu Marienbildnissen) meist mit einem Turm, einem Kelch sowie einem Schwert zu sehen. Die drei Fenster des Turmes symbolisieren dabei die heilige Dreifaltigkeit, der Kelch die Erlösung durch das Abendmahl und das Schwert die Wehrhaftigkeit des Glaubens.

 

Von prunkvollen Kapellen in alten Salzbergwerken bis zu kleinen, geschmückten Grotten im modernen Tunnelvortrieb; - auch heute noch wacht die heilige St. Barbara über ihre Schutzbefohlenen bei deren nach wie vor gefahrvoller Arbeit unter Tage.

 

? Fa. R. Höll, 38678 Clausthal-Z., 2000

 

 

KOMPASS UND GRADBOGEN

(Hängezeug)

 

 

In BERGBAU UND HÜTTENWESEN von Prof. Teptow, Prof. Wüst und Dr. Borchers aus dem Jahre 1900 lesen wir dazu:

 

Die ältesten Hilfsmittel des Markscheiders sind der Kompaß und der Gradbogen, beide sind so eingerichtet, daß sie an eine straff gespannte Schnur angehängt werden können, mittels des Hängekompasses wird die Richtung gegen den magnetischen Meridian und mittels des Gradbogens die Neigung gegen den Horizont bestimmt. Beide Instrumente zusammen werden auch das Hängezeug genannt, und das Verfahren bei der Aufnahme besteht darin, daß zunächst durch die Grubenbaue fortlaufend an eingetriebenen Nägeln Schnüre gespannt werden, dann an jeder derselben Richtung und Neigung, zuletzt die Länge mittels Meßkette oder Meßband gemessen werden. Die Meßbänder werden jetzt aus einem Stahlstreifen von 10 mm Breite und ½ mm Stärke für die gewöhnlichen Zwecke bis zu 50 m Länge gefertigt und sind mit metrischer Teilung versehen, man kann mit denselben die Länge sehr genau messen; zur bequemen Handhabung sind die Bänder in starken Metallkapseln aufgewickelt. Da die Lage des magnetischen Meridians, d. h. die Richtung, in welche sich eine waagerecht schwebende Magnetnadel einstellt, gegen die wahre Nord - Südrichtung beständigen Änderungen unterworfen ist, und die Vermessungen stets auf die wahre Nord - Südrichtung bezogen werden, so ist noch die Deklination, d.h. der Winkel zwischen dem magnetischen und dem wahren Meridian zu bestimmen und in Rechnung zu setzen.

 

 

 

Eine wichtige Rolle spielte der Gradbogen auch in der Wasserwirtschaft, das heißt beim Erstellen von Gräben, Entwässerungs- bzw Aufschlagwasser-Leitungen etc.. Da Wasser lange Zeit, d.h. oft bis ins 20. Jh. der Hauptenergielieferant für Fördermaschienen und Pumpen war, musste dieses oft über weite Strecken zu den Gruben geleitet werden.

Im Harz entstanden so über 300 Kilometer Gräben, Röschen u.s.w. die nicht selten Täler überbrücken und Berge unterqueren um so möglichst viel Wasser zu „sammeln“. Ein ganzes System von Entwässerungsstollen diente dann dazu dieses zusammen mit dem Pumpenwasser aus den Gruben wieder abzuleiten. Ohne Oder-Stollen, Ernst-August-Stollen (allein über 20 km! lang) u.v.m wäre ein Großteil des Bergbaus im Oberharz und St. Andreasberg gar nicht möglich gewesen.

Zurück aber zum Gradboden mit dessen Hilfe das Gefälle bestimmt wurde.

Hierzu spannte man eine Schnur straff zwischen 2 Pflöcken und hängte den Winkelmesser ein. Mit dem Lot konnte der Markscheider die Schnur dann waagerecht ausrichten.

Indem man den talseitigen Pfosten etwas länger wählte bzw. nicht so stark einschlug erhielt man das gewünschte Gefälle. Äußerst wichtig war dabei, daß der Markscheider den Längenunterschied sehr klein wählen konnte, um selbst bei großen Entfernungen nur sehr geringe Höhenverluste hinnehmen zu müssen.

 

Die untenstehende Abbildung von H.J. Boyke aus dem Mitteilungsblatt des Oberharzer Geschichts- und Museumsvereins (Clausthal-Zellerfeld Dezember 1998) zeigt sehr schön, wie die Neigung (N) über die Höhendifferenz (A - B) geteilt durch die Schnurlänge (L) ermittelt wird.

Der Abstand zwischen beiden Pfosten (L) ist dabei bewußt verkürzt dargestellt und betrug in Wirklichkeit 4 - 5 Lachter (8-10m).                                                      (1L.=z.B. in Österreich 1,96m, in Bayern 1,94m, in Preußen 2,09m)

 

? 1998 R. Höll, D-38678 Clausthal-Z.

 

 

SAAR LOR LUX & MARSAUT LAMPE

bei dieser Lampe handelt es sich um eine typische Öl - Wetterlampe aus dem Benelux - Raum, wie diese in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts weit verbreitet war (vergl. auch Müseler - Lampe und Boty - Lampe).

Nach Einführung der Davyschen - Sicherheitslampen musste man leider feststellen, daß es immer wieder zu Beschädigungen am Drahtgewebe kam und die explosionsverhinderde Wirkung (Abkühlung der Verbrennungsgase aus der Lampe beim Durchströmen durch das Gewebe) dadurch verloren ging.

Bei hoher Wettergeschwindigkeit wurden zudem immer wieder Lampen, selbst durch den Drahtkorb hindurch, ausgeblasen.

 

Es war daher naheliegend den offenen Drahtkorb vor Beschädigungen zu schützen, was durch den zusätzlichen MARSAUT - MANTEL bestens gelang. Bohrungen im Messingring unterhalb und Aussparungen im Mantel oben sorgten dafür, daß die Luftzirkulation und damit die Verbrennung in der Lampe nicht behindert wurde (aus Kostengründen wurde allerdings bei der Replik auf den, nicht sichtbaren, Drahtkorb verzichtet).

J.B. MARSAUT war Direktor der Gruben von Bessèges in Gard / Südfrankreich und hat 1871 die erste Müseler Lampe mit Blechmantel vorgestellt. In vielen Versuchen stellte Maraut 1882/83 zudem fest, daß die größte Sicherheit bei Verwendung des Blechmantels in Verbindung mit 2 Drahtkörben zu erzielen war. 2 übereinander gestülpte/ geschachtelte Drahtkörbe sorgten dabei dafür, daß selbst bei Beschädigung eines Drahtkorbes der 2. weiterhin seine Aufgabe erfüllte.

Aufgrund des höheren Gewichts und Preises konnte sich der Marsaut - Mantel aber nicht überall durchsetzen. Während in England (hohe Wettergeschwindigkeiten!) fast nur Lampen mit Mantel zum Einsatz kamen war der Mantel in Deutschland eher die Ausnahme (meist nur doppelter Drahtkorb).

Bis in die jüngste Zeit wurden daher von vielen Herstellern Wetterlampen wahlweise mit bzw. ohne Mantel angeboten z. B. FW 400 /Lb „1bohne bzw. „1a“ mit Mantel. Seit den 60er-Jahren wurde der Mantel bei dieser Lampe zusätzlich noch geschlitzt, was die Luftzirkulation verbesserte ohne die Schutzwirkung zu vermindern.

Eine interessante Ausführung der Benzinwetterlampe ZL 630 wurde von Fa. SEIPPEL, Bochum hergestellt. Der Mantel konnte dabei einfach abgenommen bzw. ergänzt werden, je nach Wunsch / Bedarf. 2 Halbschalen sind dafür einerseits über ein Scharnier verbunden und auf der anderen Seite über einen schiebbaren Stiftriegel verschlossen. Zusätzlich sorgen Bohrungen im unteren Bereich des Mantels für die nötige Luftzirkulation (auch bei Lampen ohne Bohrungen im darunter befindlichen Gestellring).

 

In England und den USA wurde der Marsaut - Mantel vielfach nicht nur geschlitzt sondern auch noch zusätzlich gefaltet was die Stabilität erhöhte (KÖHLER, WOLF, PREMIER...).

Copyright Rupert Höll 2007

 

 

Bei unseren Lampen handelt es sich um Replikate historischer Modelle. Obwohl wir uns um möglichst große Originaltreue bemühen sind die Replikate nicht funktionsfähig und nur als Zierstücke gedacht. Eine Benutzung erfolgt immer auf eigenes Risiko!

Bitte beachten Sie, daß eine starke Rußentwicklung (z.B. bei Fettlampen) oder abtropfendes Öl (bei einigen Froch- und Wetterlampen ohne Ölrücklauf) im Bergbau ebensowenig ein Problem darstellten wie der unangenehmer Geruch bei Karbidlampen (von der hohen Explosions- und Erstickungsgefahr beim Umgang mit Karbid in geschlossenen Räumen ganz zu schweigen!).

 

 

DEUTSCHE WETTERLAMPE   (für Ölbrand)

 

mit zunehmender „Teufe“ (Tiefe) im Steinkohlenbergbau nahm auch die „Schlagwetter“- Gefahr immer mehr zu (= Explosionsgefahr ab 4% Methan / CH4 in der Grubenluft -„Wetter“ genannt). Einerseits war die Kohle immer weniger entgast als in den oberflächennahen Flözen und andererseits wurde die Bewetterung (= Belüftung) immer schwieriger und aufwendiger.

Der Einsatz „moderner“ Wetterlampen an Stelle der offenen Froschlampen war damit unverzichtbar. Noch mit Ölbetrieb und einfachem DAVYschen - Drahtkorb verbesserte ihre Einführung die Sicherheit doch erheblich.

 

Verschiedene Anbieter wie WILHELM SEIPPEL (GmbH, Bochum), M. REULAND (Dortmund) u.v.m. bauten eine Vielzahl von Modellen.

Für unsere Replik haben wir uns an einer typischen Ausführung orientiert wie diese, sehr ähnlich von verschiedenen Anbietern hergestellt wurde.

Zunächst noch ohne Sicherheitsverschluß gegen unerlaubtes Öffnen wurden die Wetterlampen nach und nach mit unterschiedlichsten Verschlußsystemen versehen. Die anfänglich einfachen Systeme wie Schraubenstiftverschluß (mit Dreikant bei Seippel), Plombe (z.B. Seippel), Schloß (z.B. Patterson) etc. wurden immer weiter verbessert. Dies führte letztlich zur Entwicklung einer Vielzahl unterschiedlicher Magnetverschlüsse (Anker, Stift...).

Ein großes Problem bestand allerdings noch darin, daß es für Ölwetterlampen keine von Außen bedienbaren Zünder gab.

Erst die Erfindung der Benzinwetterlampe durch CARL WOLF (ca. 1881) und einer Zündvorrichtung (1883, Perkussionszünder = „Knallplättchen“) löste dieses Problem.

Obwohl Carl Wolf bereits seit 1864 Grubenlampen herstellte führten erst die Patente und der Zusammenschluß mit dem kapitalkräftigen Kommerzienrat Friemann zu einem rasanten Aufstieg der Firma FRIEMANN & WOLF GmbH zum vermutlich größten Lampenhersteller in Deutschland.

FRIEWO entwickelte in der Folge verschiedene weitere Zündsysteme (z.B. den Feuersteinzünder von 1912) und Magnetverschlüsse.

 

Es dauerte aber noch mehrere Jahrzehnte bis die letzten Ölwetterlampen durch die Benzinwetterlampen (vergl. auch Info „Benzinwetterlampe Seippel ZL 630A) verdrängt waren.

 

Bei unseren Lampen handelt es sich um Replikate historischer Modelle. Obwohl wir uns um möglichst große Originaltreue bemühen sind die Replikate nicht funktionsfähig und nur als Zierstücke gedacht. Eine Benutzung erfolgt immer auf eigenes Risiko!

Bitte beachten Sie, daß eine starke Rußentwicklung (z.B. bei Fettlampen) oder abtropfendes Öl (bei einigen Froch- und Wetterlampen ohne Ölrücklauf) im Bergbau ebensowenig ein Problem darstellten wie der unangenehmer Geruch bei Karbidlampen (von der hohen Explosions- und Erstickungsgefahr beim Umgang mit Karbid in geschlossenen Räumen ganz zu schweigen!).

 

Copyright Rupert Höll 2007

 

 

SAARBRÜCKENER ODER BOTY - LAMPE  

 

auch die Boty- Lampe geht, wie die Müseler Lampe, auf eine Entwicklung aus Belgien zurück.

  1. BOTY aus Wasmen bei Mons entwickelte eine Öl - Wetterlampe mit unterer Luftzufuhr, welche 1844 patentiert wurde.

Bei späteren Modellen verzichtete man allerdings auf diese Luftzufuhr dann aber wieder. Auch der ursprünglich stark konische Drahtkorb (an Stelle der zuvor üblichen zylindrischen Bauformen) ist bei späteren Modellen nicht mehr üblich, so daß man mancherorts im Falle der Boty - Lampe auch von einer Müseler - Lampe ohne Kamin sprach.

Um ein Durchbrennen des Drahtgewebes in jedem Fall zu verhindern hatte man bei den frühen Ausführungen zunächst im oberen Teil des Korbes noch ein fein gelochtes Kupferblech benutzt, worauf aber später ebenfalls wieder verzichtet wurde.

Charakteristisch für BOTY - Lampen bleibt ein recht niederer Lampentopf mit relativ großem Durchmesser und ein vergleichsweise geringeres Gewicht gegenüber der Marsaut - Lampe.

 

Boty - Lampen erreichten insbesondere im Saarland, Lothringen, Luxemburg und Belgien eine erhebliche Verbreitung und wurden auch im Aachener Revier und im Ruhrgebiet vielfach benutzt.

 

Ab Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts wurde der Runddocht meist durch einen Flachdocht ersetzt, was die Lichtausbeute verbesserte (wie bei unserem Vorstück/ Original aus dem Saarland).

 

Gegen unerlaubtes Öffnen Untertage waren die Lampen vielfach nicht gesichert oder nur unzureichend mit einem Schlüssel verschlossen. Obwohl dieser nur im Bereich eines starken Frischwetterstromes aufbewahrt oder vom Steiger mitgeführt wurde waren Verstöße an der Tagesordnung (Schlüssel entwendet/ nachgemacht). Ein Problem, das man erst mit den späteren Magnetverschlüssen ein für alle Mal lösen konnte.

 

Im Laufe der über 50 Jahre dauernden Einsatzperiode entstanden bei einer Vielzahl von Herstellern eine Fülle leicht unterschiedlicher Varianten. So wurden neben Versionen mit 8 Stäben im Unteren Bereich auch Stücke mit 6 Stäben (siehe unsere Vorlage) gefertigt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die BOTY -Lampen dann fast völlig durch die „neuen“ Benzinwetterlampen verdrängt.

 

Copyright Rupert Höll 2007

 

Bei unseren Lampen handelt es sich um Replikate historischer Modelle. Obwohl wir uns um möglichst große Originaltreue bemühen sind die Replikate nicht funktionsfähig und nur als Zierstücke gedacht. Eine Benutzung erfolgt immer auf eigenes Risiko!

Bitte beachten Sie, daß eine starke Rußentwicklung (z.B. bei Fettlampen) oder abtropfendes Öl (bei einigen Froch- und Wetterlampen ohne Ölrücklauf) im Bergbau ebensowenig ein Problem darstellten wie der unangenehmer Geruch bei Karbidlampen (von der hohen Explosions- und Erstickungsgefahr beim Umgang mit Karbid in geschlossenen Räumen ganz zu schweigen!).

 

 

MÜSELER – LAMPE

gebaut wurde die Lampe Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von der „PATTERSON LAMPS LTD.“, in Felling on Tyne, welche die Wetterlampe unter der Typenbezeichnung A 3 vertriebt. Sehr ähnliche Modelle gab es aber auch von diversen anderen Herstellern.

Charakteristisch für die Öl- Sicherheitslampe ist der Kamin, benannt nach seinem belgischen Erfinder L. MÜSELER. Dieser hatte den, sich nach oben hin verjüngenden Schornstein zwischen 1830 und 1840 entwickelt. Die Verbrennungsgase steigen darin auf, während außen am Glas entlang die Frischluft nach unten gelangt. Wurde die Flamme nun in Folge eines steigenden CH4 - Gehaltes größer stauten sich die vermehrten Abgase zunehmend was letztendlich zum Ersticken der Flamme führte (vergleichbar dem sogenannten „Ausschlagen“ der Wetterlampen z.B. am Schichtende). Die gefährliche Schwelle (Explosionsgefahr) von 4% CH4 konnte so nicht mehr überschritten werden, die Lampen gingen einfach vorher aus.

Ab 1868 wurden die Müseler - Lampen in Belgien obligatorisch eingeführt und verbreiteten sich auch im Ausland weit.

Das ursprünglich vorhandene Diaphragma, ein horizontaler Drahtnetz - Ring um den Kamin herum wurde später durch einen 2. kompletten Drahtkorb ersetzt.

Auch für die Kaminform entstanden es eine Fülle unterschiedlicher Modelle

Auf Dauer konnte die recht aufwendige Bauform der Müseler - ÖlLampe aber nicht gegen die moderneren Benzinwetterlampen bestehen (heller und mit Zündeinrichtung).

 

Interessant ist zudem der originalgetreue, sogenannte Überwurf - Sicherheitsverschluß. Die Lampe wurde in der Lampenstube zu Schichtbeginn einfach verplombt (Bleiplombe) oder mit einem Schloß verschlossen, so daß bei der Rückgabe leicht festgestellt werden konnte, wenn die Lampe Untertage unerlaubter Weise geöffnet worden war.

Solche einfachen Verschlüsse gab es auch noch bei den frühen Benzinwetterlampen, ehe diese durch bessere Magnetverschlüsse unterschiedlichster Bauart abgelöst wurden (siehe auch Info „Deutsche Wetterlampe“ bzw. „Benzinwetterlampe Typ Seippel“).

 

Copyright Rupert Höll 2007

 

Bei unseren Lampen handelt es sich um Replikate historischer Modelle. Obwohl wir uns um möglichst große Originaltreue bemühen sind die Replikate nicht funktionsfähig und nur als Zierstücke gedacht. Eine Benutzung erfolgt immer auf eigenes Risiko!

Bitte beachten Sie, daß eine starke Rußentwicklung (z.B. bei Fettlampen) oder abtropfendes Öl (bei einigen Froch- und Wetterlampen ohne Ölrücklauf) im Bergbau ebensowenig ein Problem darstellten wie der unangenehmer Geruch bei Karbidlampen (von der hohen Explosions- und Erstickungsgefahr beim Umgang mit Karbid in geschlossenen Räumen ganz zu schweigen!).

 

 

 

 

BENZINWETTERLAMPE

TYP SEIPPEL ZL 630 A

 

Lampen dieses Typs zählen zu den meistgebauten Wetterlampen (vergleichbar dem Typ 400 von Friemann & Wolf) und begleiteten den Bergmann insbesondere im Ruhrgebiet über viele Jahrzehnte.

Die Mitte des 19. Jahrhunderts gegründete Firma WILHELM SEIPPEL GMBH in Bochum war neben Friemann & Wolf in Zwickau einer der 2 großen deutschen Hersteller mit komplettem Lampensortiment und weltweiten Lieferbeziehungen. Eine schöne Übersicht über das umfangreiche Sortiment bietet der Jubiläumskatalog von 1906 (50 Jahre). Neben Wetterlampen wurden Froschlampen, Gießer, Tunnellampen etc. aber auch eine Fülle von Maschinen für die Lampenstube angeboten. Später stellte Seippel mit dem Typ 102A auch eine der meistverkauften Karbidhandlampen her.

 

Anders als bei Friewo (senkrechter Zünder Typ 1912) setzte sich bei Seippel bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ein horizontal aufgesetzter Cer-Eisen-Zünder durch.

 

Neben einer eisernen Ausführung für den Bergmann wurde für Aufsichtsbeamte und Markscheider die Messingversion gefertigt. Da Messing im Gegensatz zu Eisen die Winkelmessung mit dem Kompaß durch den Markscheider nicht störte waren Messinglampen für diesen Einsatz natürlich unerlässlich. Im übrigen aber war Messing, wie generell im Bergbau üblich, natürlich auch ein Statussymbol für den Rang/ die Funktion des Benutzers.

Relativ selten sind Sonderausführungen aus den Kriegszeiten bei denen aufgrund des Messingmangels Zünderteile aber auch die mittleren Gestellstäbe aus Eisen bzw. kupferfreien Legierungen gefertigt werden mussten. Vereinzelt wurde offensichtlich sogar auf den Zünder verzichtet, wenn die Lampen in nicht schlagwettergefährdeten Betrieben eingesetzt wurden.

 

Bereits 1919 schließt sich Seippel mit der Fa. CEAG (Concordia Elektricitäts AG) in Dortmund zusammen, die mit den „neuen“ elektrischen Grubenlampen (Akkuhandlampen und später Kopflampen) bereits zu einem großen Lampenhersteller aufgestiegen war.

 

Mit dem Niedergang des Steinkohlenbergbaus in den 50er Jahren und der Verbreitung der CH4-Meßgeräte und Akkukopflampen brach auch der Absatzmarkt für die Wetter- und Karbidlampen von Seippel zusammen und viele Produktionsreihen wurden eingestellt. Bis in die 80er Jahre hat die, zur Quandt-Familie gehörende Fa. CEAG aber noch einige alte Lampen (Gießer, Frosch, Öl- und Benzinwetterlampe) vereinzelt für Geschenkzwecke wieder aufgelegt.

 

Heute ist CEAG der weltweit größte Hersteller für Netzteilen (f. Handys ...) wobei ca. 80% der Belegschaft in China arbeiten. Mit dem Auslaufen des Steinkohlenbergbaus werden auch die Akkulampen von CEAG nur noch als Sammlerstücke erhalten bleiben.

 

Copyright Rupert Höll 2007

 

Bei unseren Lampen handelt es sich um Replikate historischer Modelle. Obwohl wir uns um möglichst große Originaltreue bemühen sind die Replikate nicht funktionsfähig und nur als Zierstücke gedacht. Eine Benutzung erfolgt immer auf eigenes Risiko!

Bitte beachten Sie, daß eine starke Rußentwicklung (z.B. bei Fettlampen) oder abtropfendes Öl (bei einigen Froch- und Wetterlampen ohne Ölrücklauf) im Bergbau ebensowenig ein Problem darstellten wie der unangenehmer Geruch bei Karbidlampen (von der hohen Explosions- und Erstickungsgefahr beim Umgang mit Karbid in geschlossenen Räumen ganz zu schweigen!).